Wir freuen uns, wenn Sie unsere Veranstaltungen im Herbst 2026 besuchen. Bleiben Sie behütet!


Vorankündigungen:


  • 29. und 30.09.2026 Vorträge des Zeitzeugen Lodewijk van Mourik über seine Lebensgeschichte in den Niederlanden; Adressaten: Schülerinnen und Schüler der drei Oberschulen und der beiden Gymnasien; Ort: Konzert und Theatersaal (KTS) Nordhorn
  • 28.10. Mitgliederversammlung, Ort: Kloster Frenswegen
  • 28.10. Zur Situation der Jüdinnen und Juden in den deutschen Gemeinden – Erfahrungen und Herausforderungen. Referent: Rechtsanwalt Michael Heimann, Reformsynagoge Hamburg; Ort: Kloster Frenswegen
  • 7.11. Konzert „Schalom- Kirche trifft Synagoge“; Ausführende: Prof. Torsten Laux (Bayreuth)/Viola Semjon Kalinowsky (Lübeck/Ukraine); Kooperation mit der St. Augustinus-Gemeinde Nordhorn

Das Form lädt herzlich ein:

Vortrag mit Lesung: Mittwoch, der 16.09.26, 19.00 Uhr

Aula des Evangelischen Gymnasiums, Bernhard-Niehues-Straße 51 48529 Nordhorn


„MENSCHLICHKEIT IN FINSTEREN ZEITEN.

HANNAH ARENDT UND DIE FREUNDSCHAFT“

Einblicke in Philosophie und Praxis der Freundschaft

der jüdischen Philosophin und Publizistin.

Die politische Philosophin Hannah Arendt (1906–1975) gehört zu den scharfsinnigsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. Als Jüdin musste sie 1933 aus Deutschland fliehen, erlebte Verfolgung, Staatenlosigkeit und Exil in Frankreich und schließlich in den USA. Diese Erfahrungen prägten ihr gesamtes Werk – von den „Elementen und Ursprüngen totaler Herrschaft“ bis zu ihren Reflexionen über Macht, Öffentlichkeit und menschliches Handeln.
Doch neben ihrer politischen Theorie entwickelte Arendt auch ein tiefes Nachdenken über die Freundschaft als Haltung der Menschlichkeit – gerade in Zeiten von Terror, Ausgrenzung und Sprachlosigkeit. Ihre berühmte Rede zur Verleihung des Lessing-Preises 1959, „Von der Menschlichkeit in finsteren Zeiten“, macht deutlich: Für Arendt war Freundschaft weit mehr als ein privates Gefühl. Sie verstand sie als eine öffentliche, politische Tugend – als jene Fähigkeit, in der Welt zu sprechen, einander zuzuhören und gemeinsam Urteilskraft zu üben, selbst wenn die politischen Verhältnisse Menschlichkeit zu ersticken drohen.

Der Referent Prof. Dr. Philipp Lenhard lehrt an der Universität Wien Jüdische Geschichte Österreichs. Seine Veröffentlichungen zu Friedrich Pollock, dem Freund und Mitarbeiter von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, sowie zur Geschichte der Frankfurter Schule (Café Marx, München 2024) gelten als wissenschaftliche Meilensteine und wurden in mehrere Sprachen übersetzt. In seiner Habilitationsschrift „Wahlverwandtschaften. Kulturgeschichte der Freundschaft im deutschen Judentum, 1888–1938 (Tübingen 2023) befasst sich Lenhard mit einer spezifischen jüdischen Lebensform des 19. und 20. Jahrhunderts. Er wird anhand authentischer Texte erläutern, wie Arendts eigenes Leben – geprägt von Verlust, Flucht und dem Wiederaufbau menschlicher Bindungen im Exil – ihr Verständnis von Freundschaft geformt hat.


Theresa Sperling, Schriftstellerin und Poetry-Slam-Europameisterin, unterrichtet am Gymnasium an der Vechte Deutsch, Englisch und Darstellendes Spiel. Sie gilt als eine der besten Slampoetinnen unserer Zeit. Sie wird Hannah Arendt ihre Stimme leihen und die ausgewählten Texte vortragen.

Zu Beginn der Veranstaltung wird ein Video eine anschauliche Einführung in Person und Biografie bieten. Texte zum Mitlesen und zum eigenen häuslichen Nachlesen werden bereitgestellt.

Das Forum Juden/Christen lädt zu dieser Veranstaltung herzlich ein. Der Eintritt ist frei. Über eine Spende für die Arbeit freut sich das Forum Juden/Christen.


Synagoga und Ecclesia in unserer Zeit. Skulptur von Joshua Koffmann 2015/Saint Joseph’s University in Philadelphia (USA)

Das Forum Juden/Christen Nordhorn lädt ein

Die Situation in Israel, der Westbank, in Gaza und dem gesamten Nahen Osten beherrscht die Schlagzeilen der Medien und die öffentliche Diskussion. Das Forum Juden/Christen Nordhorn hat immer wieder seine Verbundenheit mit Israel und Jüdinnen und Juden  bekundet, auch wenn dort eine demokratisch gewählte Regierung eine Politik betreibt, die alles andere als friedensförderlich ist. Warum tun wir das? Weil wir überzeugt sind, dass die jahrtausendealte Verachtung, Ausgrenzung und Verfolgung jüdischer Menschen, die Christen und Kirchen verübt haben, tiefe Ursachen haben und ein völliges Umdenken erfordern. Diese Ursachen reichen bis in Grundentscheidungen des Glaubens hinein, denen wir nachgehen wollen. Eine solche Rechenschaft über den eigenen Glauben und seine Geschichte ist die Voraussetzung für ein neues Verhältnis von Juden und Christen, von Kirche und Synagoge. Daraus kann und soll eine neue Praxis im Dialog und in der Begegnung und in Solidarität mit Juden entstehen. Dafür ist kein Theologiestudium erforderlich. Alle, die daran interessiert sind, sich kritisch mit zentralen Fragen des christlichen Glaubens auseinander zu setzen, sind eingeladen zu einem Gesprächskreis.






Thema: „Ich glaube an den Gott Israels.

Wie Christen ihren Glauben in der Begegnung mit Juden neu bedenken können


Wir wollen uns gemeinsam austauschen über Fragen wie:

  • Glauben Christen und Juden an denselben Gott?
  • Warum ist das christliche Glaubensbekenntnis für Juden ein unüberwindbares Ärgernis?
  • Ist Jesus Gottes Sohn und der Messias?
  • Ist Jesus am Kreuz für uns gestorben?
  • Hat der neue Bund den alten Bund ersetzt?
  • Was geht uns als Christinnen und Christen das jüdische Gesetz – die Torah – an?
  • Was ist das Neue am Neuen Testament?
  • Lesen Juden und Christen die hebräische Bibel (das „Alte Testament“) unterschiedlich?



Ort: Kloster Frenswegen - Heuerhaus neben dem Kloster -Kaminraum

Zeit: Die Gesprächsreihe wird auf Wunsch der Teilnehmer/-innen im Jahr 2026 fortgesetzt. Der Termin steht noch nicht fest, wird aber bekannt gegeben.


Kontakt: Hartmut Lenhard,

Mail:  hartmut.lenhard@t-online.de

Tel. 01703243192


Aufwändige Präsentation der Stolpersteine Nordhorn online


Die App Stolpersteine-Guide bietet die Möglichkeit, in vielen Orten Stolpersteine auf Rundgängen aufzusuchen und sich über die Jüdinnen und Juden zu informieren, die in der Shoah verfolgt und ermordet wurden. Die App ist für Smartphones beider Betriebssysteme verfügbar; die Beschreibungen der Stolpersteine können aber auch über eine Webseite aufgesucht werden.

In Kürze werden zu den Stolpersteinen in Nordhorn noch jeweils kurze Videos mit Erläuterungen hinzugefügt.